SPORT FÜR BERLIN
gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Landessportbundes Berlin e.V.

Olympia-Gold und tägliche Kleinarbeit
Ein Besuch in der SG Neukölln

Spätestens seit den Olympischen Spielen von Peking ist die SG Neukölln bei vielen Menschen auch über die Grenzen von Berlin hinaus bekannt. Denn Britta Steffen, zweifache Goldmedaillengewinnerin von Peking, hat ihre sportliche Heimat in eben dieser Schwimmgemeinschaft. Bereits am Eingang der Geschäftsstelle werden sie sowie die anderen beiden Olympiateilnehmer der SG entsprechend geehrt. Doch der Besucher erfährt bald noch mehr über eine Sportgemeinschaft, die sich seit über 100 Jahren um die Verbreitung und Nutzung der Wassersportarten Schwimmen, Wasserball sowie des Freizeit- und Gesundheitssport verdient gemach hat. Das Gelände der SG Neukölln am Kleiberweg in Berlin-Britz ist ca. 4,5 ha groß. Neben dem auch im Sommer beheizbaren 50-m-Becker gehören ein Lehrschwimmbecken (20 m x 12 m) und ein 7m großes Babybecken zum Sportstättenangebot. Für "Wasserscheue" gibt es Tischtennisplatten, einen Fußball- und Basketball-Court, einen Platz für Beach-Volleyball und für Beach-Soccer. Mehrere Liegewiesen laden zum Spielen, aber auch zum Entspannen und Relaxen ein. Selbst Campen ist möglich. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit Rutsche, Wippe und Schaukel.

Täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet
An 153 Tagen im Jahr, praktisch das gesamte Sommerhalbjahr, ist die Anlage geöffnet, von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend. Zwischen 500 und 1000 liegt die Zahl der täglichen Besucher, von denen die allermeisten Mitglieder der SG sind. Es ist nicht schwer vorstellbar, dass die in der SG anfallenden Arbeiten einen hohen Personalaufwand erfordern.
Andreas Weder (52), Geschäftsführer der SG, ist deshalb sehr froh, dass ihm und der gesamten SG seit nunmehr fünf Jahren die BQG „Sport für Berlin“ durch die Vermittlung von Arbeitskräften (ABM, MAE) helfen konnte, einen reibungslosen Tagesablauf in der SG zu gewährleisten. Bei unserem Besuch an einem Dienstagnachmittag hatten wir die Gelegenheit, mit drei von der BQG vermittelten Personen zu sprechen, die gegenwärtig bei der SG Neukölln beschäftigt sind. Die 50jährige Jean Susa war fünf Jahre lang arbeitslos, bevor sie hier einen Job fand. Den beiden Männer, Jürgen Streiter (49) von Beruf Elektroinstallateur, sowie der Lkw-Fahrer Frank Schliesing (45) erging es ähnlich. Bis zu fünf Jahren Arbeitslosigkeit lag hinter ihnen, als sie das von der BQG unterbreitete Jobangebot annahmen.

Entspannte Arbeitsatmosphäre

Alle drei äußern sich sehr zufrieden, sowohl was die Arbeitsbedingungen, die Arbeitszeit, aber auch die Einbindung in das vorhandene Team der SG Neukölln betrifft. Als Augenzeuge eines Gespräches zwischen
SG-Geschäftsführer Andreas Weder und dem MAE-Beschäftigten Jürgen Streiter wurde dem Betrachter sehr schnell deutlich, dass eine entspannte Arbeitsatmosphäre vorhanden ist, ganz im Sinne des Sports. Gemeinsam wurden die anliegenden Aufgaben der kommenden Tage besprochen, der
Ist-Stand bereits begonnener Arbeiten begutachtet. „Wenn es die Situation erfordert, z.B. bei Kinder- oder Sportfesten, dann ist es für mich normal, dass nicht der Zeiger der Uhr Arbeitsbeginn und –ende bestimmt“, sagt Jürgen Streiter.

Keine Sommerpause
„Wir stellen keine hohen Anforderungen“, betont Andres Weder. „Wichtig für uns ist, dass die uns Vermittelten wirkliches Interesse an der Mitarbeit in einem Sportverein haben. Die Verantwortlichen der SG bemühen sich auch, den MAE-Beschäftigten, die alle Sportstätten der SG kostenlos benutzen können, Weiterbildungs- bzw. Qualifizierungsangebote zu unterbreiten. Einer dieser ehemaligen „Ein-Euro-Jobber“ qualifizierte sich auf diesem Weg zum Rettungsschwimmer und konnte dank der Vermittlung durch die SG Neukölln inzwischen beim Wasserrettungsdienst der DLRG einen festen Job antreten.
Trotz der insgesamt positiven Bilanz in der Zusammenarbeit mit der BQG Sport für Berlin konnte sich Andreas Weder eine kritische Bemerkung mit Blick auf die Vergabe Modalitäten durch die Jobzentren nicht verkneifen. „Warum“, so fragte er, „werden uns Mitarbeiter vermittelt, deren Maßnahmen am 31. Juli auslaufen? Im Sommer haben wir Hochsaison. Am 1. August standen mir deutlich weniger Mitarbeiter zur Erledigung der anfallenden Aufgaben zur Verfügung!“
Text und Fotos:
Peter Herrmann

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