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SPORT FÜR BERLIN
gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Landessportbundes Berlin e.V.

Fruchtbare Symbiose am Kollwitzplatz

Wer in den Vormittagsstunden des 11. Oktobers dieses Jahres zufälligerweise den Sportjugendclub am Kollwitzplatz im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg besuchte, konnte sein Erstaunen nur schwer unterdrücken. Mehr als 40 Mädchen und Jungen im Alter zwischen elf und zwölf Jahren, aufgeteilt in acht Mannschaften, beteiligten sich mit großer Begeisterung an einem mehrere Wett- kampfstationen umfassenden Gesellschaftsspiel. Neben bekannten Disziplinen wie Dreierhopp oder Kegeln gab es auch andere Aufgaben zu lösen. So mussten die Kids mit einem
 Eishockeyschläger einen kleinen Ball in einem Slalomlauf über die Ziellinie bringen oder in der Sporthalle einen Staffellauf absolvieren, bei dem nicht der Stab, sondern die Socken an das nächste Mannschaftsmitglied übergeben werden mussten. Die Stimmung war großartig, Anfeuerungsrufe begleiteten jeden, der sich an seine Aufgabe machte.
„Erfinder“ dieses lustigen Wettkampfes ist Peter Wissmann, Sozialpädagoge von Beruf und seit fünf Jahren Leiter des Klubs. Wie groß die Resonanz ist und wie weit sich die Angebote des Klubs herumgesprochen haben, dafür lieferte dieser Vormittag eine Bestätigung. Die mit ihren Lehrern bzw. Betreuern im Rahmen eines Projekttages „angereisten“ Mädchen und Jungen waren Schüler der Turnvater Jahn-Grundschule in Karow-Nord. Entfernung zwischen Klub und Schule rund 15 km.
Geschickt versteht es Peter Wissmann bei sportlicher Betätigung dieser Art aktuelle Großsportereignisse mit einzubeziehen. Bei unserem Besuch starteten die Mannschaften unter den Fahnen der an Endrunde der
Fußball-WM der Frauen beteiligten Mannschaften. So kämpfte Neuseeland gegen Argentinien, Deutschland gegen Ghana, Australien gegen Nord-Korea.
Damit führte Peter Wissmann mit seinen Mitstreitern fort, was im Sommer 2006 zu einem riesigen Erfolg geworden war. Dank unermüdlichen Bemühungen, Kontakten zu Botschaften, Vereinen, nationaler Gemeinschaften und der Unterstützung der Deutschen Kinderstiftung war es damals gelungen, alle 32 an der Endrunde der Fußball- WM in der Bundesrepublik teilnehmenden Mannschaften in „Kleinausführung“ – sprich mit in Berlin lebenden Kindern und Jugendlichen aus all diesen Ländern - zu einem Turnier zu vereinen und die WM auf „Amateurbasis“ nachzuspielen.
Im Gespräch mit Sporterzieher Nobert Zander, der seit der Eröffnung des Jugendklubs am Kollwitz am 1. April 1993 dabei ist, ist zu erfahren, dass der Klub am dank der Symbiose von Sportjugendklub und kick-Projekt ein umfangreiches Programm anzubieten hat. Großer Wert wird auf die Zusammenarbeit mit Schulen und Sportvereinen gelegt. Pro Woche finden zwei Projekttage statt. Insgesamt fünf Mitarbeiter, davon zwei halbe Stellen, sind als Ansprechpartner, aber auch als Übungsleiter und Ratgeber im Klub vorhanden. Zum Angebot gehören neben Billard, Tischtennis, Streetball, Streettennis, Volleyball, Streetsoccer auch Klettern am knapp zehn Meter hohem Turm und Eishockey. Während bei den „Bergsteigern“ der Deutsche Alpenverein als Kooperationspartner zur Verfügung steht, können die Eishockeycracks die Schläger beim Berliner TSC kreuzen.
Nicht wenige Urkunden schmücken die Wände des Klubs. Stolz verweist Norbert Zander auf den 3. Platz beim 24-Stundenlauf in Bernau, den der Klub gemeinsam mit dem Sportjugendklubs von Wedding und Reinickendorf bestritt. Ein sportliches Ereignis besonderer Art steht am 24. November auf dem Plan. Es geht um die Meisterschaft im Mädchenfußball. Der Auftakt der Rückrunde findet in einem speziellen „Käfig“ im Plenarsaal des Berliner Abgeordnetenhauses statt. Doch nicht nur für sportliche Ereignisse stellt der Klub seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Kochen, gesunde Lebensweise, sozial-integrative Angebote für delinquente Kinder und Jugendliche, auch spezielle Nachmittage für Mädchen sind weitere Themenangebote. Es spricht für die Beliebtheit des Hauses, dass hier nicht erst eine Abi-Feier des benachbarten Käthe-Kollwitz-Gymnasiums im Klub stattgefunden hat.
Text und Fotos: Peter Herrmann

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