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Anderthalb Jahrzehnte erfolgreiche Jugendarbeit in Buch Wer so wir sich zum ersten Mal auf den Weg macht, den SportJugendClub Buch zu besuchen, hat so seine Schwierigkeiten. „Geradeaus, dann links, hinter den zwei Giraffenfiguren nochmals links.“ Erst dieser Hinweis eines auskunftsfreudigen Rentners eröffnete uns den Zugang zum Klub, der umgeben von viel Grün mitten in einem gemütlichen Wohngebiet liegt. Wir überlegen, wenn ein Senior weiß, wo sich ein Jugendclub befindet, gibt es zumeist eigentlich nur einen Grund: Ärger und Zorn über radauwütige junge Leute. „Nein“, beantwortet uns Peter Mandelkow, seit 1993 Leiter des Klubs, die entsprechende Frage. „Ärger haben wir mit unseren Nachbarn nicht. Im Gegenteil, nicht selten klopfen Leute bei uns an und bieten, da sie sich neu eingerichtet haben, Tische, Stühle, Schränke oder andere Einrichtungsgegenstände an.“ Sportpädagoge Mandelkow und seine beiden fest angestellten Mitarbeiterinnen, die Erzieherinnen Ramona Schlegel und Anja Weber, nehmen solche Spenden dankbar an. Denn auf Grund der knapper werdenden Finanzen hat sich beim Mobiliar des Klubs seit dessen Eröffnung im Juni 1993 nichts mehr getan. Doch Peter Mandelkow betont nachdrücklich, dass die Finanzierung der Klubarbeit dank der Unterstützung seitens des Bezirksamtes Pankow gesichert ist. Und wenn man einen Blick auf das umfangreiche und vielseitige Klubangebot wirft, kann man sich vorstellen, dass dessen Umsetzung einiges kostet.
 Vielfältige Angebotspalette In drei verschiedene Gruppen differenziert sich das Angebot. Im Bereich Sport, Spiel und Bewegung gibt es in Zusammenarbeit mit mehreren, in der Nähe liegenden Kindergärten ein Programm mit dem Titel Bewegungserziehung im Vorschulalter. Für ältere Kinder und Jugendliche stehen sportpädagogisch betreute Fitnessangebote, aber auch Aerobic, Tanz, Gymnastik, Billard, Tischtennis, Basketball, Ringen, Selbstverteidigung, Inline-Skating, Beachvolleyball, Klettern und Schwimmen zur Auswahl. Besonders erfolgreich, und das ist beim Vorleben von Peter Mandelkow, der zu DDR-Zeiten Cheftrainer des DDR-Ringerverbandes war, nicht überraschend, ist die Arbeit mit Ringern im griechisch-römischen Stil. Mit Stolz verweist Mandelkow darauf, dass sich zwei seiner Schützlinge auf Grund ihrer Topleistungen für das Sportgymnasium Frankfurt/Oder qualifizieren konnten. Gewonnene Medaillen und Pokale der Ringer haben einen Ehrenplatz gefunden. R amona Schlegel kümmert sich mit besondere Vorliebe um die. „Bucher Dance Girls". Intensiv und konzentriert geht es in ihren Übungsstunden zu. Sie selbst demonstriert jede Figur und jeden Tanzschritt, beobachtete genau, wie die Mädchen ihre Vorgaben umsetzen. Trotz intensivem Training geht es locker zu. Scherze werden gemacht, Lachen kommt nicht zu kurz. Am 5. Juni 2008 feierte der SportJugendClub Buch sein fünfzehnjähriges Bestehen. Zwischen 14 und 18 Uhr tummelten sich mehr als hundert Kinder und Jugendliche in den Räumen des Klubs, waren auf den Freiflächen, aber auch am Kletterturm aktiv. Es gab Vorführungen und Wettkämpfe, es wurde getanzt. Auch Essen und Trinken kam nicht zur kurz. Der Nachmittag bot die Möglichkeit, die Ergebnisse der sozio-kulturellen Arbeit des Klubs zu präsentieren, für die Anja Weber zuständig ist. Es wurde getöpfert, gebastelt, gemalt, gebacken und gekocht.

Keine Chancen für rechte Parolen Der Berliner Ortsteil Buch war zu Beginn der neunziger Jahre mit Jugendfreizeitstätten völlig „unterversorgt". Es gab viele „informelle Treffs", so z.B. am S-Bahnhof. Hier etablierte sich eine Szene, die durch Gewalt und Ausländerfeindlichkeit auf sich aufmerksam machte. Die gemeinsame Suche der Berliner Sportjugend und des Jugendamtes Pankow nach Alternativen und das Programm „Jugend mit Zukunft" beendete ein Vakuum in Buch. Seit 1993 ist der SportJugendClub zu einem festen Anlaufpunkt für Bucher Kinder und Jugendliche geworden. Wer einmal den Weg in die Karower Chaussee 169c gefunden hatte, dem fiel das Wiederkommen nicht schwer. Mundpropaganda sorgte dafür, dass heute wöchentlic h knapp 250 Kinder und Jugendliche, Mädchen und Jungen die 20 verschiedenen Kursangebote wahrnehmen. Die Aktivitäten des Clubs, seine Kooperation mit dem ortsansässigen Sportverein Berlin-Buch e.V. und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Eltern haben das Klima in Buch sehr jugendfreundlich werden lassen. Peter Mandelkow legte bei unserem Besuch Wert auf die Feststellung, dass auch die BQG Sport für Berlin durch die regelmäßige Vermittlung von ABM-Kräften einen nicht geringen Beitrag zum Wachsen und Werden des Klubs geleistet hat. Text und Fotos: Peter Herrmann
Adresse:SportJugendClub Buch Karower Chaussee 169 c 13125 Berlin Tel: 949 78 25, Fax 9451 8245 Email Kontakt, Internet: www.sjc-buch.de
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